5 Rheinland-Pfälzer starten bei der Para-Leichtathletik-DM

erstellt am: 5. Juli 2018

Florian Reitz beim Kugelstoßen Foto: René Weiss

Wenn die besten deutschen Para-Leichtathleten am Wochenende zur deutschen Meisterschaft nach Kienbaum fahren, dürfte eine Portion Vorfreude und zusätzliche Motivation dabei sein, im August ein weiteres Mal in den Osten der Republik aufzubrechen. Dann steigt im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark nämlich die Europameisterschaft, und daran teilzunehmen, ist gerade für die Aktiven des Deutschen Behindertensportverbandes ein besonderer Höhepunkt. Einige haben die Normen schon erfüllt, andere streben sie nun in Kienbaum an.

Der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Rheinland-Pfalz ist mit fünf Teilnehmern vertreten. Angeführt wird das Quintett vom mehrfachen Welt- und Europameister im Speerwurf, dem kleinwüchsigen Mathias Mester. Der 31-Jährige vom 1. FC Kaiserslautern will sich auf dem Weg nach Berlin einen weiteren Titel sichern und die Meisterschaft als wichtige Leistungsüberprüfung nutzen.

In gleich drei Wurfdisziplinen stellt sich Florian Reitz, der vor der Saison von Bayer Leverkusen zum TuS Hachenburg gewechselt ist Reitz, dem von Geburt an der linke Unterarm fehlt, hat für Diskus- und Speerwurf sowie das Kugelstoßen gemeldet. Einmal war er schon DM-Fünfter mit dem Speer, aber inzwischen liegt der Fokus eher auf der Kugel. Gemeinsam mit Lorenz Candrix hat Reitz, der jüngste Rheinland-Pfälzer in Kienbaum, in den vergangenen Wochen fleißig trainiert, was sich in Steigerungen auf konstante Weiten über elf Meter bemerkbar macht.

Wesentlich länger im Geschäft sind die beiden Hochspringer Wolfgang Dorr und Reinhold Bötzel von TuS Rot-Weiß Koblenz. Bötzel hält seit dem Jahr 2001 den Europarekord, wurde 2014 Europameister und vor zwei Jahren Zweiter. "Reinhold will in Berlin bei der EM mindestens Rang zwei wiederholen", sagt sein Berater Dieter Hübel. Aber noch hat der 42-Jährige, der mit sieben Jahren in Folge eines Unfalls seinen linken Arm verlor, die EM-Teilnahme nicht sicher in der Tasche. Eine Muskelverletzung warf ihn zurück, sodass die geforderte Höhe von 1,80 Meter in diesem Jahr noch nicht gelang. Der Hochsprung-Routinier ist aber motiviert genug, in Kienbaum mit einer entsprechenden Höhe sich das Berlin-Ticket zu sichern.

Einziger Rheinland-Pfälzer auf der Laufbahn wird Tien-Fung Yap von der BSG Mainz sein. Der fast blinde Langstreckenspezialist startet in einem fünfköpfigen Teilnehmerfeld über 5000 Meter.

Autor: René Weiss