BSV: 43. Landesschwimmfest in Nassau am heißesten Tag des Jahres

erstellt am: 27. Juni 2019

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Linea Breinbauer aus Mainz bestritt beim Landesschwimmfest in Nassau ihren ersten Wettkampf.

Spaß im Wasser

BSV: 43. Landesschwimmfest in Nassau am heißesten Tag des Jahres

 Nassau. Auf welchen Termin auch immer das Landesschwimmfest in Nassau festgelegt wird – eines scheint gewiss: Dieser Tag ist bestimmt für Wetterkapriolen gut. So auch diesmal: Die Sportler mit geistigen Beeinträchtigungen trafen sich am heißesten Tag des Jahres im Freibad an der Lahn.

Der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz (BSV) veranstaltete sein Landesschwimmfest – unterstützt von Special Olympics – in diesem Jahr schon zum 43. Mal. Nassau hat sich als Austragungsort fest etabliert. Nur beim Termin wurde diesmal variiert. Nachdem es in den vergangenen Jahren Ende August oft sehr heiß war oder das Open-Air-Event unter Unwettern litt, wurde es um zwei Monate vorgezogen. Und damit traf man exakt den Tag mit den bisherigen Top-Temperaturen des Jahres 2019.

So konnte BSV Vize-Präsident Rolf Boettiger nicht ganz so viele Schwimmer wie üblich begrüßen, da drei große Einrichtungen ihre Teilnahme am Vortag wegen der enormen Hitze abgesagt hatten. Der Stimmung unter den Athleten tat dies jedoch keinen Abbruch. Alle Sportler waren mit Begeisterung bei der Sache.

Das Organisations-Team um BSV-Sportreferent Dominic Holschbach reagierte sehr flexibel auf die äußeren Bedingungen. „Wir haben die Anzahl der Wettkämpfe deutlich reduziert, damit sich kein Sportler überanstrengt. Es gibt keine Vorläufe, sondern nur direkt in allen Klassen die Endausscheidungen. Und in den Staffeln auch“, erläuterte der erfahrene Orga-Chef. „Wir müssen ja auch berücksichtigen, dass einige eine sehr lange An- und Rückreise haben, da die Teilnehmer aus ganz Rheinland-Pfalz kommen. Und deshalb wollen wir früher fertig sein.“

Die Fürsorge für die Athleten wurde sehr ernst genommen. Immer wieder wurden sie aufgefordert, sich gut einzucremen, sich in den Schatten zurückzuziehen und viel zu trinken.

Für Linea Breinbauer aus Mainz war es ein ganz besonderes Erlebnis. Die 10-Jährige besucht eine Regelschule und startete deshalb nicht für eine der bekannten Einrichtungen. Ihre Mutter Maike hatte allerdings die Idee, ob sie ihre sportbegeisterte Tochter nicht als Einzelstarterin mitmachen lassen könne. Sie machte sich schlau und kam auf den BSV als Ausrichter des Landesschwimmfests. Dort stieß sie bei Dominic Holschbach auf offene Ohren.

„Linea hat körperlich große Stärken. Sie konnte schon früh laufen und hat Spaß an jeder Form von Bewegung,“ sagt Maike Breinbauer. „Linea fährt Ski und Rad und sie klettert. Und sie ist in der Schule in einer Schwimmgruppe. Dort werden aber keine Wettkämpfe ausgetragen.“

In der Schule fühlt Linea sich ebenso wohl wie beim Sport. Sie besucht die dritte Klasse, Deutsch und Mathe sind ihre Lieblingsfächer. Die neue Erfahrung bei einem Schwimm-Wettkampf geht sie mit gespannter Etwartung an. „Danach bekomme ich eine Medaille“, sagt sie strahlend. „Und die hänge ich mir dann zuerst um den Hals und zuhause dann über mein Bett.“

Über 25 und über 50 Meter Freistil hatte Linea gemeldet. Bevor sie zum ersten Mal ins Wasser geht, huscht noch einmal ein Lächeln über ihr Gesicht. „Vielleicht bekomme ich ja auch noch eine Urkunde...“

Ein Wunsch, der in Erfüllung gehen wird, „Ganz klar bekommt Linea eine Urkunde“, sagt Dominic Holschbach. „Die werden wir auf jeden Fall noch zuschicken.“