Landesmeisterschaften Hallenfußball mit neuem Format

erstellt am: 9. November 2018

Gelungene Premiere der Fußballerinnen

Behindertensport: Landesmeisterschaften mit neuem Format

Mainz. Auch Frauen können kicken – und endlich dürfen sie auch um ihren eigenen Landesmeister-Titel kämpfen. Der Behindertensport in Rheinland-Pfalz schlägt damit ein neues Kapitel auf – und darf die Premiere als gelungen betrachten.

Jahrzehnte lang hatten die Hallenfußball-Landesmeisterschaften des Behinderten und Rehabilitationssport-Verbandes Rheinland-Pfalz (BSV) ihre Heimat in Idar-Oberstein. Die Edelsteinstadt erwies sich immer als guter Gastgeber, und doch entschied sich der BSV bei der 32. Auflage der Titelkämpfe für einen Standortwechsel. Der Umzug ins Sportzentrum von Mainz-Laubenheim bot nämlich in einer größeren Halle die Chance, das Format entscheidend zu ändern: Erstmals wurde es dadurch möglich, eine eigene Damen-Meisterschaft auszurichten.

Wie üblich kämpften die Männer in vier Leistungsklassen um die Meisterschaft. In der A-Klasse wird traditionell der offizielle Landesmeistertitel ausgespielt. Den gewann in diesem Jahr das Team aus Landstuhl.

In der C- und D-Klasse wurde die Halle geteilt und auf kleineren Feldern gespielt. Dadurch konnte die Meisterschaft von vier auf drei Tage gestrafft werden – und trotzdem blieb ein Tag frei, der für die erstmals ausgetragene Damen-Meisterschaft genutzt wurde.

Vier Teams hatten gemeldet, eines musste wegen krankheitsbedingter Ausfälle aber kurzfristig zurückgezogen werden. So traten dann im Premieren-Jahr nur drei Mannschaften an, um den ersten Titel auszuspielen. Es war keine Überraschung, dass sich die Heinrich Kimmle Stiftung aus Pirmasens dabei durchsetzte: Ihre Spielerinnen stellen das Gros der 2017 neu gegründeten Landesauswahl.

Für Landestrainerin Marlene Trapp, die gemeinsam mit Eric Schmitt sowohl die Auswahl (unterstützt vom Rockenhausener Ralf Karkossa) als auch die Pirmasenser Truppe betreut, sind die neu geschaffenen Titelkämpfe der entscheidende Schritt in die richtige Richtung. Die 29-jährige Sportlehrerin hofft, dass der Damenfußball im Land im Behindertensport dadurch den erhofften Schub bekommt: „Jahrelang konnten wir immer nur trainieren, aber es gab keine eigenen Wettkämpfe. Manche Frauen durften bei den Männern mitspielen, aber das erste eigene Hallenturnier ist genau das, was gefehlt hat.“

So sieht es auch Sandra Köhler, die als Torfrau in der Sieger-Truppe ihren Teil zum Erfolg beitrug. Die 27-Jährige kommt aus der Lebenshilfe Bad Dürkheim, aber über die Landesauswahl verstärkt sie das Pirmasenser Team. Einmal pro Monat trainiert sie mit der Auswahl und nimmt dafür die Anreise nach Primasens gerne in Kauf: „Schon als Kind hatte ich Spaß am Fußball und viele Jahre habe ich im Feld gespielt. Als dann eine Torfrau gesucht wurde, habe ich gesagt, dass ich das gerne versuchen würde. Und in der Halle macht mir das besonders viel Spaß, weil ich mehr zu tun habe als auf dem großen Spielfeld.“

Wie das so ist bei Premieren: Man lernt fürs nächste Jahr immer noch was dazu. Für Chef-Organisator Dominic Holschbach vom BSV sind die Damen-Meisterschaften ein voller Erfolg, trotz des noch sehr kleinen Feldes: „Für den Start war das schon sehr gut – und im kommenden Jahr haben wir bestimmt mehr teilnehmende Teams. Noch ein wenig nacharbeiten müssen wir bei der C-Klasse der Herren. Die D-Klasse-Akteure fühlten sich auf den kleineren Spielfeld sehr wohl, aber die Spieler aus der C-Klasse sind schon so gut, dass sie besser auf dem großen Feld spielen. Vielleicht weiten wir das Turnier im kommenden Jahr wieder auf vier Tage aus – dann dürfte alles perfekt laufen.“

Bildbeschreibung:

1. Inklusionsbeauftragter Fußballverband Rheinland Udo Bläser, Staatsminister a.D. Karl-Peter Bruch, Abteilungsleiter Innenministerium RLP, Frank Rittig

2. Emotionen und Freude PUR bei der Siegerehrung 

3. Landessieger der Herren: Westpfalz Werkstatt Landstuhl

4. Die drei Damenteams. Meisenheim, Frankenthal und die Siegermannschaft Priminiuswerkstatt Pirmasens

5. Marlene Trapp und Eric Schmitt betreuen gemeinsam die Landesauswahl und das Team der Heinrich-Kimmle-Stiftung Pirmasens. Bei der Auswahl arbeiten Sie mit Ralf Karkossa (Rockenhausen) zusammen.

6. Die Torfrau Sandra Köhler ganz in ihrem Element