Leben im Rollstuhl-Wir kommen zu Ihnen

Ein ganz normales Leben- nur anders....

erstellt am: 2. März 2017

Logo

Leben im Rollstuhl-Wir kommen zu Ihnen

Der ehemalige Rollstuhl-Rugby-Nationalspieler und zweifacher Paralympics-Teilnehmer Jörg Holzem hat das Konzept entworfen und wird zusammen mit dem BSV interessierten Schulklassen das Leben im Rollstuhl hautnah ganz konkret erklären und demonstrieren.

Unterstützt durch die Sparkasse Koblenz, den Landrat des Landkreises Mayen-Koblenz, Dr. Alexander Saftig, und die Rollstuhl-Sportgemeinschaft Koblenz, möchte der Behinderten-und Rehabilitationssportverband Rheinland-Pfalz, Schulklassen das Leben im Rollstuhl vorstellen.

Aus diesem Anlass besuchte Jörg mit dem Sportreferenten des BSV-RLP, Hr. Dominic Holschbach, Hr. Karl Heinz Weiskopf, ebenfalls BSV-RLP und Patrick Hora vom Deutschen Behindertensportverband e.V. die Viertklässler der Grundschule Christophorus in Kärlich.

Mit im Gepäck hatten die Referenten Rollstühle und diese wurden umgehend mit einem allgemein herrschenden Raunen und Staunen von den Kindern erblickt.

Gespannt warteten die Kinder auf Jörg und es herrschte zunächst eine Stille im Klassenraum. Jörg erzählte von seinem Leben. Zunächst über die Zeit vor dem Rollstuhl und anschließend wie es dazu kam, dass er auf den Rollstuhl angewiesen ist. Er schilderte diese Ereignisse sehr genau und kindgerecht, sodass die Aufmerksamkeit der Kinder noch größer wurde. Er schloss seine Erzählung damit ab, wie er sein Leben seit dem Unfall durchlebt eben „ganz normal – nur anders“. Er referierte über seine Familie sowie den Sport und damit verbunden die vielen Erlebnisse und Ereignisse, die er durch den Sport durchleben durfte (unter anderem Weltmeisterschaften und die Paralympics). Die Kinder erleben erstmalig einen Rollstuhlfahrer in direktem Kontakt und Austausch. Sie durften ihm Fragen stellen und davon gab es sehr viele: „Wie gehst du aufs Klo? Wie ziehst du dich an? Wie wäschst du dich? Wie heißen deine Kinder? Was ist mit deinem Auge passiert?“ und viele mehr.

 Es ist erstaunlich beobachten zu können wie intensiv sich die Kinder mit Jörg und seinem Schicksal auseinander gesetzt haben und welch gute Fragen sie ihm gestellt haben. Das Eis wurde bereits schnell durch Jörgs Erzählungen gebrochen.

Auf die Theorie folgte die Praxis. Die Kinder durften aktiv in den Rollstühlen fahren und auch einen Parcours für Rollis meistern und bekamen anschließend den Rollstuhlführerschein.

 Zum Schluss gab es von der Schule und dem Organisationskomitee der Rollstuhl-Rugby EM ein ganz besonderes Geschenk: die Kinder werden an einem Turniertag vor Ort sein und die Spiele der EM verfolgen dürfen. Mit großen Augen nahmen die Kinder den Rollstuhlführerschein und die Tickets für die EM an und bedankten sich gemeinschaftlich für diesen gemeinsamen Vormittag. Gleichzeitig fragten die Kinder, wann wir sie wieder besuchen könnten und einen Rollstuhl dort lassen könnten.

Wir hoffen sehr, dieses Projekt erneut stattfinden lassen zu können, weil es ein Wertvolles ist.