Meisterehrung des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbandes Rheinland-Pfalz (BSV)

erstellt am: 3. April 2019

Ein Ziel als Premiere, Höhepunkt oder Abschied Koblenz. Der Blick ist bei den meisten klar nach vorne gerichtet. Und zwar um ziemlich genau anderthalb Jahre. Dann stehen in Tokio die Paralympischen Spiele auf dem Programm. Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus – so auch bei der traditionellen Meisterehrung des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbandes Rheinland-Pfalz (BSV), der wieder einmal in der Koblenzer Lotto-Zentrale zu Gast war. Wobei die Bedeutung, die die einzelnen Athleten dem Großereignis in Japan beimessen, durchaus unterschiedlich ist: Für die einen soll es der Einstieg in eine internationale Karriere sein, für die anderen der Höhepunkt und für wieder andere der Abschied nach einer glanzvollen Laufbahn. Die besondere Wertschätzung, die der Behindertensport in Rheinland-Pfalz erfährt, wurde wie immer hervorgehoben – und das mit vollem Recht. Das Land war Deutschland weit Vorreiter einer Gleichbehandlung in der Förderung von behinderten und nicht-behinderten Sportlern. Und es ist in dieser Beziehung immer noch beispielhaft. Innenminister Roger Lewentz brachte es auf den Punkt: „Dieser Termin ist für mich ein absolutes Muss, wobei er mir immer eine große Freude ist. Ein Muss wird es aber auch bleiben, immer wieder über die Gleichbehandlung der Sportler zu reden, denn das ist in Deutschland nach wie vor keine Selbstverständlichkeit – so wie bei uns in Rheinland-Pfalz.“ Unterstrichen wurde diese Position von BSV-Präsident Karl Peter Bruch und von LSB-Präsident Jochen Borchert. Borchert führte als Beleg für den besonderen Stellenwert des Behindertensports im Land außerdem an, dass Leichtathlet Mathias Mester als erster Behindertensportler überhaupt zum „Sportler des Jahres“ in Rheinland-Pfalz gewählt wurde. Zum ersten Mal bei einer Meisterehrung dabei war Frida-Maria Niezold aus dem pfälzischen Albersweiler. Die 12-Jährige, die die jüngste Teilnehmerin des BSV an einer DM war und auf Anhieb den Titel einer Deutschen Meisterin gewann, erwies sich als sehr schlagfertig. Als der wie immer souveräne Moderator Clemens Buch sie fragte: „Was ist denn das Schwerste am Bogenschießen?“, antwortete sie wie aus der Pistole geschossen: „Zu treffen.“ Tokio 2020 fest im Blick haben die erfahrenen Athleten Kevin Zimmermann, Mathias Mester und Reinhold Bötzel. Für den Sportschützen Zimmermann ist die Qualifikation das große Ziel, für Speerwerfer Mathias Mester soll es ein weiterer Höhepunkt in seiner schon sehr erfolgreichen Karriere werden. Und Hochspringer Bötzel kann sich gut vorstellen, in der japanischen Hauptstadt seinen Abschied von der internationalen Bühne zu nehmen: „Das sind dann meine sechsten Paralympics – und das ist eine schöne Zahl um aufzuhören.“ Für den sehr stark sehbinderten Langläufer Tien-Fung Yap wäre es eine tolle Erfahrung, den Sprung auf den Zug nach Tokio zu schaffen, aber er geht dieses Ziel noch sehr verhalten an. Und das, obwohl er nach dem Sieg über 5.000 Meter im Jahr 2017 über 10.000 Meter im vergangenen Jahr den Titel eines Deutschen Meisters holte. Aber wie es sich für einen Läufer anbietet, will er behutsam in seiner Karriere einen Schritt nach dem anderen machen. Bildtexte: Die Meisterehrung des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbandes Rheinland-Pfalz (BSV) fand wie üblich in der Zentrale von Lotto Rheinland-Pfalz in Koblenz statt. Ausgezeichnet wurden alle Athelten, die im vergangenen Jahr entweder den Titel eines Deutscher Meisters errungen oder die bei einem internationalen Wettbewerb eine Medaille gewonnen hatten. Die jüngste Meisterin und der erfolgreichste Sportler: Frida-Maria Niezold und Mathias Mester. Fotos: Peter Seydel Die Ausgezeichneten bei der Meisterehrung des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbandes Rheinland-Pfalz (BSV): Bogenschießen: Frida-Maria Niezold (Albersweiler), Deutsche Meisterin Bowling: Simone Stahl (Ludwigshafen), Deutsche Meisterin Dressurreiten: Dr. Angelika Trabert (Dreieich), 3. Platz bei Weltreiterspielen in Einzel und Mannschaft Judo: Dennis-Liam Lam (Bad Kreuznach), Deutscher Meister Kegeln Classic: Beate Diemert (Dahn/Pirmasens), Deutsche Meisterin Leichtathletik/10.000-Meter-Lauf: Tien-Fung Yap (Mainz), Deutscher Meister Leichtathletik/Hochsprung: Reinhold Bötzel (Hannover/Koblenz): 2-facher Deutscher Meister Leichtathletik/Speerwurf: Mathias Mester (Esslingen/Kaiserslautern), Europameister, Deutscher Meister Schwimmen: Yannik Wasserzier (Ingelheim), 4-facher Deutscher Jugendmeister Sportschießen/Luftgewehr: Kevin Zimmermann (Wissen), Deutscher Meister Sportschießen/Luftpistole: Stefan Kraus (Albersweiler), Deutscher Meister Tischtennis: Corinna Hochdörfer (Ludwigshafen), Deutsche Jugendmeisterin Bowling Mannschaft: BSV Ludwigshafen (Thomas Helfrisch, Peter-Hermann Stahl, Marion Bott), Deutsche Meister Fußball-Tennis: SpVgg Nahbollenbach (Karl-August Schmieden, Bernd Schmidt, Steffen Neumann, Dieter Hahn, Klaus Altvater, Sebastian Hahn, Ralf Conrad, Christian Deck, Markus Greff, Erik Weber), zum 9. Mal Deutscher Meister