42. Landesjugendspiele des BSV in Nieder-Olm
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Impressionen
Nieder-Olm.
Seit Jahrzehnten sind die Landesjugendspiele (LJS) für viele junge Sportler mit körperlicher oder Seh-Behinderung ein Höhepunkt des Jahres. Wie immer bei einer Veranstaltung unter freiem Himmel ist das Wetter ein wichtiger Faktor. Bei der 42. Auflage der LJS in Nieder-Olm hatte der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz (BSV) mit heftigen Schauern zu kämpfen. Wie die teilnehmenden Sportler machte der ausrichtende Verband aber das Beste draus: Mit einigen Programm-Anpassungen war doch noch sportlicher Spaß möglich – wenn auch in eingeschränktem Rahmen.
Für Hauptorganisator Dominic Holschbach – seines Zeichens Sportreferent beim BSV – und sein engagiertes Helfer-Team, zu dem wieder Schüler des Gymnasium Nieder-Olm, Studenten der Universität Mainz und angehenden Physio-und Ergotherapeuten aus „Der Schule“ in Koblenz gehörten, war der Blick zum Himmel über mehrere Stunden eine der häufigsten Kopfbewegungen. Nach den schlimmen Unwettern in den vergangenen Wochen hatte es im Vorfeld natürlich Überlegungen gegeben, ob man die Open-Air-Veranstaltung überhaupt durchführen könne. Doch für Holschbach wäre eine Absage nur im Extremfall eine Option gewesen: „Die Landesjugendspiele sind eine so beliebte Veranstaltung, dass wir alles tun werden, um sie zumindest in abgespeckter Form anzubieten“, sagte er am Vortag. Und genauso kam es dann.
Die Lauf-Disziplinen wurden gestrichen – auf der nassen Tartan-Bahn wären diese Wettbewerbe einfach zu gefährlich gewesen. Das unterhaltsame Aufwärmprogramm sorgte wie immer gleich für beste Stimmung – und auf der Rasenfläche war sportliche Betätigung durchaus möglich, wenn man sich denn nichts daraus machte, dabei im Zweifelsfall klatschnass zu werden. Lachend kommentierte ein Rollstuhlfahrer die äußeren Bedingungen: „Wir sind doch nicht aus Zucker!“ Und schob sein Gefährt dann zügig zum Startplatz, um am Ball-Weitwurf teilzunehmen. Beim Weitsprung wurde auf den Anlauf verzichtet – aber auch Sprünge aus dem Stand sind ja vergleichbare sportliche Leistungen.
„Hauptsache, wir haben wenigstens ein paar Wertungen. Das ist für viele Teilnehmer das Wichtigste. Sie sind hierhergekommen, um sich mit anderen Sportlern zu messen – und das soll ihnen soweit es geht ermöglicht werden“, sagte Dominic Holschbach. Um dann gleich wieder zum Himmel zu blicken: „Abbrechen geht ja immer. Aber wir haben dann auf jeden Fall soviel Spaß und Sport wie möglich geboten.“
Spaß trotz Nass: Das war das Motto der 42 Landesjugendspiele. Und der Mut wurde belohnt. Nach kräftigen Schauern traute sich sogar die Sonne hinter den Wolken hervor. Und so wurden die Sportler zunehmend trockener und die Laune immer besser. Fast so, als hätte es den Regen nie gegeben.

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