Bericht zur Ausbildung Krebsnachsorge
Aus- und Weiterbildung Vereine

Übungsleiterausbildungen im Rehasport bieten immer wieder neue Ansätze – Teil 1 der Ausbildung zum ÜL-Rehasport „Krebsnachsorge“ erfolgreich abgeschlossen
Im Zeitraum 25.-27.10.2013 fand in der Knappschafts-Klinik Bad Neuenahr unter Leitung von Konrad Branse die Ausbildung des BSV Rheinland-Pfalz zum Rehasport-ÜL im Bereich „Krebsnachsorge“ statt. Eine Gruppe aus sieben Teilnehmerinnen und einem Teilnehmer hat sich dazu entschieden, an dieser Ausbildung teilzunehmen.
Schnell war klar, dass die Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen Hintergründen und Vorbildungen beseelt sind. Frei nach dem Motto „Unterschiede bieten Potentiale“, konnte in einem aktiven Austausch jeder Teilnehmer von den speziellen Erfahrungen und dem Wissen der anderen profitieren. Dieser Austausch wurde durch Konrad Branse während und zwischen den Lehrgangsinhalten gefördert, wofür im sicherlich alle Teilnehmer gleichermaßen dankbar sind.
Die Knappschafts-Klinik Bad Neuenahr ist eine moderne Fachklinik mit einer ausgewiesenen Kompetenz bei der Behandlung von Stoffwechselkrankheiten, Magen-Darm-Erkrankungen und Krebserkrankungen des Magen-Darmtraktes, der weiblichen Brustdrüse und der Unterleibsorgane. Die Kerninhalte der Ausbildung sind somit die Krebserkrankungen der Formen „Brustkrebs“ und „Magen-Darm-Krebs“. Diese bilden den Großteil der festgestellten Neuerkrankungen in Deutschland laut dem Robert-Koch-Institut.
Die Atmosphäre im Haus kann nur als ideal bezeichnet werden. Alle anwesenden Mitarbeiter, unabhängig der Profession sind sehr gelöst, freundlich und zuvorkommend. Dies ist nicht nur für den Lehrgang von entscheidendem Vorteil, sondern auch für die im Haus betreuten Menschen.
Der Lehrgang besteht aus drei Teilen. In diesem ersten Teil wurden die Grundlagen gelegt, welche in dem zweiten Teil gefestigt, ausgebaut und vertieft werden. Wie in Deutschland üblich, gehört zu einer anständigen Ausbildung eine Prüfung (Teil 3). Modern als Lernerfolgskontrolle (LEK) bezeichnet. Die Prüfung ist in drei Teilen strukturiert. Zentral ist die Planung und Durchführung einer Lerneinheit (auszugsweise) mit vorher definierter Zielgruppe, die einer tatsächlichen Nachsorgegruppe in der Praxis entspricht. Neben der fachlichen Kompetenz ist der Umgang mit der Gruppe und den Nöten/Bedürfnissen für einen Erfolg entscheidend. Dieser Prüfungsteil wird durch eine schriftliche Prüfung und ein Kurz-Referat ergänzt.
Alles in allem ganz schön viel Arbeit, aber es lohnt sich. Das Lernen wird sicherlich in der Praxis sehr intensiv weitergehen, aber durch diese Ausbildung wird ein hochqualitativer Grundstock gelegt auf dem sich in alle Richtungen aufbauen lässt.
Teil dieser Ausbildung ist auch der Kontakt mit betroffenen Menschen, die von ihren Erlebnissen erzählen. Es wird größter Wert auf die Wahrnehmung der individuellen Erfolge gelegt. Neben Bewegungsangeboten an Land, wird auch Gymnastik im Wasser angeleitet und die medizinische Trainingstherapie (MTT) den angehenden Übungsleitern in der Krebsnachsorge nähergebracht. Naturgemäß ist MTT kein Bestandteil des Rehasports, als ergänzende Therapieform sollte sie aber durchaus Beachtung finden.
Als außergewöhnlich ist der Vortrag von Chefärztin Frau Dr. Haase zu bezeichnen. Sie hat auf einem sehr angemessenen Niveau die Erkrankung Krebs von der Entstehung bis zu unterschiedlichen Therapieansätzen allen Teilnehmern näher gebracht. Unabhängig von der Vorbildung konnten alle Folgen und auch Fragen wurden entweder unmittelbar oder im Rahmen einer Gruppendiskussion beantwortet.
Wir freuen uns alle auf den zweiten Teil und arbeiten bereits fleißig an den Kurz-Referaten, um zumindest einen Teil der Prüfung am kommenden Wochenende bereits abhacken zu können.
Thomas Hild
