Bewährte Helfer am Beckenrand
Breitensport


39. Landesschwimmfest des BSV – Zum 15. Mal war Nassau der Austragungsort
Nassau. Ohne sie ginge nichts beim Landesschwimmfest: die Helfer der DLRG-Ortsgruppe Nassau. Seit 15 Jahren findet die Großveranstaltung des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbandes Rheinland-Pfalz (BSV) nun schon in der Stadt an der Lahn statt. Und die DLRG ist von Beginn an als bewährter Partner dabei – wie auch die Stiftung Scheuern, die den BSV bei der 39. Auflage des Landesschwimmfestes für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ebenso engagiert unterstützte wie in den vergangenen Jahren.
Das Landeschwimmfest ist eine der traditionsreichsten Veranstaltungen des BSV – und eine der beliebtesten. Auch in diesem Jahr nahmen wieder rund 200 Wettkämpfer aus 19 Schulen und Behinderteneinrichtungen im ganzen Land teil.
Pünktlich zum Startschuss kurz nach 10 Uhr durch BSV-Vizepräsident Rolf Boettiger brach auch die Sonne durch die Wolkendecke. Auf das traumhafte Wetter hatte der BSV wie immer keinen Einfluss. Wohl aber auf die Wahl seiner Partner. Seit Jahrzehnten funktioniert die Kooperation mit der Stiftung Scheuern und mit der DLRG Nassau optimal. Ein Bindeglied zwischen beiden stellt Karl-Hermann Kurz dar.
Der Geschäftsführer der DLRG Nassau führt die Ortsgruppe schon seit Jahrzehnten, seit mehr als 40 Jahren ist er Mitglied. Und seit 21 Jahren arbeitet er bei der Stiftung Scheuern. Der 58-Jährige kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie es zum Umzug des Landesschwimmfestes kam:
„Wir waren mit unserer Ortsgruppe auch schon viele Jahre im Koblenzer Beatusbad als Zeitnehmer dabei. Dann haben wir vorgeschlagen, dass man das Landesschwimmfest zum 150-jährigen Bestehen der Stiftung Scheuern auch mal in Nassau austragen könnte. Und vor 15 Jahren war es dann so weit. Dass es nun hier eine feste Heimat gefunden hat, liegt sicherlich an den optimalen Rahmenbedingungen, die unser Freibad bietet.“
Was der Mann der ersten Stunde dabei bescheiden verschweigt: Zu den optimalen Rahmenbedingungen gehört vor allem auch die engagierte Arbeit, die die DLRG-Ortsgruppe unter seiner Leitung seit 15 Jahren beim Landesschwimmfest leistet. Auch in diesem Jahr sind die Lebensretter wieder mit 17 Helfern dabei. „Das ist in jedem Jahr ungefähr dieselbe Größenordnung, mal einer mehr, mal einer weniger“, sagt Karl-Hermann Kurz.
Starter, Zeitnehmer, Helfer bei größeren und kleineren Problemen – es ist eine Rundumbetreuung, die die DLRG-Ortsgruppe den Wettkämpfern bietet. Für Karl-Hermann Kurz ist die Arbeit mit den Menschen mit Behinderung, die am Landesschwimmfest teilnehmen, nichts ungewöhnliches, er kennt das aus seinem beruflichen Alltag. Überhaupt spielt er den stundenlangen ehrenamtlichen Einsatz runter, wie das nun mal seine Art ist: „Der Betreuungsaufwand ist nicht höher als an einem heißen Badetag, wenn das Schwimmbad voll ist.“ Wenn er schon lobt, dann andere. Seine eigenen Leute natürlich, aber auch die Schulen: „Es ist eigentlich nie ein Problem, dass Schüler für die Helfer-Arbeit beim Landesschwimmfest freigestellt werden.“ Bei Berufstätigen ist das anders: Sie müssen sich für ihren ehrenamtlichen Einsatz einen Tag Urlaub nehmen.
Über reichlich Routine verfügt auch Sarah Hendle schon – obwohl sie erst 20 Jahre alt ist. Im Alter von sechs Jahren trat die begeisterte Schwimmerin in die DLRG ein, seit vielen Jahren ist sie beim Landesschwimmfest im Einsatz, war häufig Zeitnehmerin. Schon zum dritten Mal gibt sie jetzt als Starterin das Signal, wann die Teilnehmer den Kampf gegen die Uhr in den einzelnen Rennen aufnehmen – alle schwimmen nach ihrer Pfeife.
Die angehende Erzieherin ist vom Landesschwimmfest in jedem Jahr aufs Neue begeistert: „Ich finde es faszinierend, mit welcher Willenskraft, mit welchem positiven sportlichen Ehrgeiz, aber auch mit wie viel Spaß die Teilnehmer hier immer dabei sind.“ Sie selbst lebt das allerdings in ihrer Freizeit auch: „Ich betreibe Schwimmen immer noch mit viel Freue als Sport, bereite mich gerade im Training auf neue Leistungsscheine vor.“ Außerdem engagiert sie sich in der Jugendarbeit, leitet unter anderem auch schon Anfängerkurse.
Das allererste Landeschwimmfest ist es hingegen für Nadia Keller. Die 15-Jährige arbeitet bei ihrer Premiere als sogenannte „Läuferin“: Sie sammelt bei den Zeitnehmern an den einzelnen Bahnen die Ergebnisse ein. Die Schülerin bereitet sich derzeit mit zwei Mal Training pro Woche auf ihren Rettungsschwimmer-Schein vor, für den sie mit 15 noch ein bisschen zu jung ist. Ihr erster Helfer-Job beim Landesschwimmfest ist für Nadia Keller ein rundum positives Erlebnis. „Die Teilnehmer sind total nett“, sagt sie. „Die machen es einem wirklich leicht.“ Sie ist begeistert von der guten Organisation: „Da erkennt man schnell, wie alles funktioniert und man weiß immer, wo man gebraucht wird.“
