Christine Fink neue Deutsche Meisterin bei der DM Boccia in Berlin

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Rheinland Pfalz konnte dieses Jahr 9 paralympische Boccia Spielerinnen- bzw. spieler an den Start bringen. 2 vom BSV Frankenthal, 7 von den Sportfreunden Diakonie Bad Kreuznach.

Dabei zeigte v.a. Christine Fink eine herausragende Leistung und konnte sich erstmals den Titel der Deutschen Meisterin in der Startklasse 3 (Spiel mit Rampe) sichern.

3 Aktive der SFD Bad Kreuznach traten in der Klasse 1 an, der Werfer mit starker koordinativer Einschränkung. SFD Urgestein Gerd Kwiedor hatte nach den Vorrundenspielen bei 3 punktgleichen Spielern mit je 1 Sieg und 2 Niederlagen, leider das schlechteste Ballverhältnis. So spielte er um Platz 7/8. Dort kam es zur Neuauflage des letztjährigen Duells gegen Mirko Hartung, das er 2021 mit 5:4 gewann. Dieses Jahr war es ebenso knapp, aber mit 2:3 für den Berliner.

Tanja Reinhardt hatte die schwerere Vorrundengruppe erwischt. Das erste Spiel war direkt wegweisend. Gegen Brigitte Bettenbruch/ Wiesbaden lautete das Ergebnis nach 4 ausgeglichenen Runden 2:2. Der Tie-Break, also eine 5.Spielrunde, musste entscheiden. Leider zugunsten ihrer Gegnerin. Nach einem 3:1 Sieg gegen Hartung musste sie sich dem überragenden Deutschen Meister Christoph Voit mit 0:10 beugen. So blieb der letztjährigen Bronzemedaillen Gewinnerin nur ein Platzierungsspiel. Hier ließ sie mit einem 11:2 Erfog über Janet Carré nochmal ihr Können aufblitzen und errang Platz 5. Bei Tanja Reinhardt waren die stark eingeschränkten Trainingsbedingungen der SFD Spieler am stärksten zu bemerken. Da die Theodor Fliedner Halle seit März Flüchtlingsunterkunft ist, haben die Sportler nur noch ein Spielfeld gegenüber ansonsten 5 markierten Spielfeldern zur Verfügung. Das Training zur exakten Ausrichtung in der Spielbox ist dadurch stark eingeschränkt, zumal zusätzlich für jeden die Trainingszeit aufgrund der kleinen Ersatzhalle gekürzt werden musste, um allen Sportlern ein Training zu ermöglichen.

Als Sieger des Qualifikationsturniers für die Startplätze 4-8 ging Moritz Strohm als dritter Kreuznacher Werfer an den Start. Ein hoher 10:1 Sieg gegen Janet Carré/Gütersloh sicherte ihm das beste Ballverhältnis der punktgleichen Gegner der Vorrunde. Im Halbfinale musste auch er die Stärke von Christoph Voit mit 1:8 anerkennen. Im Spiel um Bronze hieß es nach 2 Runden 0:5. Fast hätte er am Ende mit 4:5 den Ausgleich gegen Brigitte Bettenbruch noch geschafft. Platz 4 ist dennoch eine starke Leistung.

In der Startklasse 2 für Sportler mit geringerer Einschränkung am Wurfarm spielten die beiden Frankenthaler. Auch sie hatten eine schwierige Vorbereitungsphase, weil Ihr Trainer krankheitsbedingt länger ausgefallen war. Sven Trier musste in der Vorrunde zwei Niederlagen hinnehmen, besiegte aber den späteren Finalisten Marcel Weller mit 5:0. Am Ende landete er auf Platz 7. Erfolgreicher war Julie Volchko, die sich im Spiel um Platz 5 mit 4:1 durchsetzen konnte.

Bei den RampenspielerInnen, Klasse 3, konnte nach einem Jahr Pause auch wieder Petra Benharkat einsteigen. Gleich zu Beginn stand das hochspannende vereinsinterne Duell gegen Christine Fink an, bei dem sie mit 3:0 in Führung gehen konnte. Ihre Gegnerin schaffte aber das Kunststück noch 4:3 zu gewinnen. Gegen den Geheimfavoriten Rafael Young musste sie sich nach einigen Regeldiskussionen mit 0:5 geschlagen geben. Das 4:1 gegen Fuhlroth reichte dann „nur“ zum Spiel um Platz 5. Hier stieß sie auf ihren Vereinskameraden Carsten Trimpop, der in der anderen Gruppe mit einem 3:2 Sieg gegen Friedericke Beck/München, bei 2 Niederlagen den 3.Platz in der Vorrunde erreichte. Zwischen den beiden entpuppte sich wieder ein äußerst spannendes Vereinsduell, bei dem letztlich Carsten Trimpop mit 6:5 die Oberhand behielt.

Thomas Knoth spielte sich ungeschlagen durch die Vorrunde. Mit 5:1 gegen Ilker Icöcz/Markgröningen gelang ihm ein klasse Einstieg, das 17:0 gegen Friedericke Beck war der höchste Tagessieg. Im Halbfinale traf er auf den für Berlin startenden Rafael Young. Dieser Spieler besitzt eine doppelte Staatsbürgerschaft und war zuvor schon mehr als 10 Jahre in England am Start, wo er aber nicht den Durchbruch in die topbesetzte britische Nationalmannschaft schaffte. Nun versucht er sein Glück in Deutschland. Durch dessen 5:1 Erfolg blieb dem deutschen Rekordmeister Thomas Knoth das Spiel um Bronze. Hier musste er dem kräftezehrenden Turniertag mit 20 Spielrunden Tribut zollen, sich Ilker Icöcz mit 1:7 geschlagen geben und mit Platz 4 begnügen.

Doch da war noch Christine Fink. In der Vorrunde besiegte sie Lokalmatador Hans-Werner Fuhlroth aus Berlin mit 16:0 und schaffte es auch sich mit 3:1 gegen Young zu behaupten. In ihrer jungen Karriere hat sie sich v.a. auch taktisch verbessert. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die beiden internationalen Starts in Weltranglistenturnieren, bei denen sie dieses Jahr wertvolle Erfahrungen gesammelt hat. Mit mutiger und kluger Strategie spielte sie sich mit einem 5:0 Erfolg gegen Ilker Icöcz ins Finale. Konzentriert trat sie zum zweiten Duell gegen Rafael Young an. Sie bestätigte ihre hervorragende Leistung, hielt ihn mit 4:2 erneut in Schach und konnte sich riesig über den Gewinn der deutschen Meisterschaft freuen.

Erwähnt werden sollte noch, dass die SFD Akteurin Nancy Poser ihren Titel als Deutsche Meisterin nicht verteidigen konnte, weil sie der kurzfristigen Zusage zu einem Weltranglistenturnier den Vorrang gab. Mit ihr wäre die Bilanz der Sportfreunde Diakonie um Trainerin Daniela Glaß eventuell noch besser ausgefallen.

Besondere Erwähnung gebührt außerdem den Assistentinnen und Assistenten an der Rampe, die obwohl sie nicht reden, geschweige zu den Bällen schauen dürfen, aber mit geschicktem Handling der Rampe und Verständnis und Kennen der Anweisungen der Sportler doch ihren wichtigen Anteil an der Leistung haben: Olga Kaupert mit Petra Benharkat, Dirk Breidenbach und Thomas Knoth, Daniel Fischborn mit Carsten Trimpop und Christina Lindt als Assistentin von Christine Fink.

Hinweise zu den Photos

9856 Christine Fink beim Anspielen des Balles

9918 die Deutschen Meister der 4 Spielklassen beklatscht vom Ehrengast Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.

9893 Nachzumessen waren am Ende mehrere Spielrunden im Finale zwischen Christine Fink und Rafael Young

9865 Gerd Kwiedor, SFD Kreuznachs „Urgestein“ beim Anvisieren des Ziels

9845 Internes Rheinland Pfälzer Duell: links Carsten Trimpop mit Daniel Fischborn als Assistent, rechts lässt der deutsche Rekordmeister Thomas Knoth von seinem Assistenten Dirk Breidenbach für einem Schussball hoch auflegen.

9903 unsere Frankenthaler präsentieren ihre Urkunden.

9856 Christine Fink beim Anspielen des Balles

9856 Christine Fink beim Anspielen des Balles

9918 die Deutschen Meister der 4 Spielklassen beklatscht vom Ehrengast Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.

9918 die Deutschen Meister der 4 Spielklassen beklatscht vom Ehrengast Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.

9893 Nachzumessen waren am Ende mehrere Spielrunden im Finale zwischen Christine Fink und Rafael Young

9893 Nachzumessen waren am Ende mehrere Spielrunden im Finale zwischen Christine Fink und Rafael Young

9865 Gerd Kwiedor, SFD Kreuznachs „Urgestein“ beim Anvisieren des Ziels

9865 Gerd Kwiedor, SFD Kreuznachs „Urgestein“ beim Anvisieren des Ziels

9845 Internes Rheinland Pfälzer Duell: links Carsten Trimpop mit Daniel Fischborn als Assistent, rechts lässt der deutsche Rekordmeister Thomas Knoth von seinem Assistenten Dirk Breidenbach für einem Schussball hoch auflegen.

9845 Internes Rheinland Pfälzer Duell: links Carsten Trimpop mit Daniel Fischborn als Assistent, rechts lässt der deutsche Rekordmeister Thomas Knoth von seinem Assistenten Dirk Breidenbach für einem Schussball hoch auflegen.

9903 unsere Frankenthaler präsentieren ihre Urkunden.

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