Mit Ehrgeiz und Spaß am und im Wasser

Breitensport

38. Landesschwimmfest des BSV Rheinland-Pfalz

Sportlicher Ehrgeiz ist erwünscht. Und vorhanden: Mit viel Elan stürzen sich die Athleten ins Wasser und sie werden von den anderen Teilnehmern zum teil frenetisch angefeuert, wenn sie fast völlig verausgabt dem Beckenrand und damit dem Ziel nähern. Das Landesschwimmfest für Menschen mit geistiger Behinderung, das der  Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz (BSV) am Mittwoch, 16. Juli, bereits zum 38. Mal ausrichtete, bot allen der mehr als 250 Teilnehmer aus fast 30 Einrichtungen und Vereinen wieder einmal einen unvergesslichen Tag: den sportlich ambitionierten, aber auch denen, die vor allem einen  unterhaltsamen Tag unter Freunden erleben wollten.

Es ist eines der traditionsreichsten Sport-Events für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung – und der Spaß steht heute mehr denn je im Mittelpunkt. In früheren Jahren wurde die Großveranstaltung als Landesmeisterschaft in Koblenz ausgetragen; heute nennt sie sich Landesschwimmfest und läuft nun mit sehr großem Erfolg schon seit mehr als einem Jahrzehnt in Nassau. Vor allem dank der engagierten Helfer des DLRG hat sich die Stadt an der Lahn als Austragungsort etabliert. Und mit der Stiftung Scheuern hat sie einen bewährten Ausrichter.

Ein ganz „alter Hase“ im Teilnehmerfeld ist der 72-jährige Horst. „Ich bin von Anfang an dabei“, betont er. Sport in fast jeder Form gehört für den mehr als rüstigen Rentner, der in der Stiftung Scheuern lebt, zum Alltag: „Im Winter mache ich Ski-Langlauf, da nehme ich immer an den Freizeiten im Allgäu teil. Und im Sommer gehe ich gerne schwimmen, aber noch viel lieber mache ich Leichtathletik.“ Er hat in Koblenz schon einen Halb-Marathon absolviert, aber inzwischen ist er auf Walking umgestiegen: „Immerhin werde ich im August ja schon 73.“

Mit eher jugendlichem Ehrgeiz geht der 32-jährige Ralf das Landesschwimmfest an: „Ich bin schon seit vielen Jahren dabei und will immer mein Bestes geben und unter den Besten sein. Das gehört im Sport doch dazu“, lacht er. In der Stiftung Scheuern arbeitet er in der Werkstatt im Holzbereich. Der Sport ist für ihn immer ein willkommener Ausgleich: „Ich fahre gerne Rad und bin im Winter immer bei den Ski-Freizeiten dabei. Und jedes Jahr lege ich das Sportabzeichen ab.“

Die 23-jährige Larissa ist in den Dürkheimer Werkstätten in der Gärtnerei beschäftigt: „Mit Pflanzen zu arbeiten, das macht mir richtig viel Spaß.“ Sie tritt zum zweiten Mal in der pfälzischen Mannschaft an, aber sie hatte auch vorher schon Erfahrung beim Landesschwimmfest: „Ich war in Neuwied in der Blinden- und Sehbehindertenschule und da sind wir auch nach Nassau gefahren. Mir gefällt beim Schwimmfest am besten, dass man sich mit gleichstarken Gegnern messen kann.“ Larissa macht auch Jazz-Tanz, aber am wohlsten fühlt sie sich beim Schwimmen. „Ich hatte noch nie Angst vorm Wasser. Und ich sage immer: Auf dem Trockenen bin ich nicht zu gebrauchen, aber im Nassen.“

Patricia, die in den Koblenzer Rhein-Mosel-Werkstätten arbeitet, nimmt zum dritten Mal am Landeschwimmfest in Nassau teil. Sie konzentriert sich bei ihren sportlichen Aktivitäten aufs Schwimmen: „Ich habe für die Wettkämpfe extra trainiert“, sagt sie. Und dann spürt man ihren Stolz als sie ergänzt: „Und ich bin heute Erste geworden.“