Portait Wolfgang Hoffmann, RMW Koblenz

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Für viele Menschen mit geistiger Behinderung in Rheinland-Pfalz ist der Termin in jedem Herbst ein Höhepunkt: Dann treffen sich junge und jung gebliebene Fußballer zu den Landesmeisterschaften, die der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz e.V. (BSV) traditionell in Idar-Oberstein ausrichtet. Am kommenden Montag ist es wieder so weit. Dann wird in der Stadenhalle zum 25. Mal um den Landestitel gekickt. Und von Dienstag bis Donnerstag werden die Fußballer mit geistiger Behinderung ebenfalls in Idar-Oberstein versuchen, sich für die Meisterschaften im kommenden Jahr zu qualifizieren.

Einer der Sportler, die an der Nahe auf Torejagd gehen, ist der 45-jährige Wolfgang Hoffmann, der bei der Rhein-Mosel-Werkstatt in Koblenz arbeitet. Er ist Fußballer mit Leib und Seele und freut sich schon riesig auf die Meisterschaften in Idar-Oberstein: „Da habe ich schon oft mitgespielt und es macht immer viel Spaß“.

Der gebürtige Urmitzer lebt schon lange im Wohnheim in Weißenthurm. In der Behindertenwerkstatt arbeitet er in der Schreinerei: „Ich bin jetzt schon länger als 25 Jahre hier und habe zum Jubiläum eine Urkunde und ein T-Shirt bekommen“, sagt Wolfgang Hoffmann. „Die Arbeit in der Schreinerei ist genau das Richtige für mich, weil ich da ganz verschiedene Sachen machen kann und weil mich dabei auch keiner stört.“

Für Wolfgang Hoffmann ist der Mittwoch immer ein ganz besonderer Wochentag: „Da spielen wir Fußball. Bei schönem Wetter draußen und sonst in der Halle. In der Halle, das ist ganz schön anstrengend. Da muss man viel mehr laufen. Manchmal spiele ich auch Handball, aber nur zur Abwechslung. Fußball spiele ich lieber.“

Wolfgang Hoffmann schaut sich auch schon mal Fußballspiele an, zum Beispiel von der 1. Mannschaft von Mülheim-Kärlich. Und auch Bundesliga guckt er im Fernsehen. Einen Lieblingsverein hat er allerdings nicht: „Wer am besten spielt, der soll gewinnen.“ Als Spieler dürfte er der Traum eines jeden Übungsleiters sein: „Ich spiele da, wo der Trainer mich hinstellt, manchmal Libero und auch manchmal im Sturm. Aber in der Halle ist das sowieso nicht so wichtig, da spielt man ja überall.“

Das ist auch für die kommende Woche in der Stadenhalle zu erwarten, wenn die Fußballer dem Ball nachjagen. Wenn Wolfgang Hoffmann auf dem Feld ist, dann wahrscheinlich überall.

Autor: Bernd Paetz

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