ÜL-Ausbildung "Innere Medizin" (Block 40)

Aus- und Weiterbildung

Übungsleiter-Ausbildung „Innere Medizin“ Oktober 2012
oder
Ein Rezept für den perfekten Übungsleiter

Zutaten:

  • 17 motivierte α- und β-Männchen
  • 4 nervenstarke Referenten
  • 1 Rettungssanitäter
  • viel gute Laune für 10 anstrengende Lehrgangstage
  • viel Wissen und Informationen über die Erkrankungen der Inneren Medizin
  • eine Nylonstrumpfhose

Zubereitung: „Man nehme…“. So oder so ähnlich fangen die üblichen Rezepte an. Die Herstellung eines perfekten Übungsleiters für die „Innere Medizin“ ist aber alles andere als üblich. Eins aber schon vorweg, das Endprodukt kann sich sehen lassen.

Wir schreiben Mittwoch den 03. Oktober 2012, 10:00 Uhr. 17 motivierte α- und β-Männchen / Weibchen haben sich auf den Weg nach Annweiler in die schöne Pfalz gemacht. Die Sonne scheint, die Lust ist groß. Die Vorstellungsrunde zeigt, die Vorerfahrungen und das Wissen sind unterschiedlich, doch alle verfolgen das gleiche Ziel: kompetente Übungsleiter für die „Innere Medizin“ werden. Nach einem kurzen Update der anatomischen Grundlagen der inneren Organe folgt der erste praktische Teil: Zur großen Freude der Gruppe draußen an der frischen Luft. Kennenlernspiele und die Integration des Nordic Walkings in eine Rehabilitationsstunde stehen auf dem Programm. Den Abschluss des ersten Lehrgangstages hat die Gruppe sich verdient: Entspannungsübungen.

Noch entspannt vom Vorabend, startet der zweite Lehrgangstag. Im Fokus heute, das Herz. Auch hier wechselten sich Theorie und Praxis wieder ab. Wie das nun mal beim Backen ist, manchmal fallen Zutaten von der Arbeitsplatte. In diesem Fall verletzte sich eine Lehrgangsteilnehmerin an der Achillessehne. An dieser Stellen nochmal: Gute Besserung. Dies ist aber kein Grund den Heimweg aufzusuchen. Wir befinden uns schließlich im Behindertensport und da wird keiner auf Grund seines Handicaps ausgeschlossen.

Vollzählig ging es am nächsten Morgen weiter. Dieser Tag sollte medizinisch werden. Christoph Sagner, unser Lehrgangsleiter, wurde von Katharina Vallendar, Ärztin, abgelöst. Wir lernten viel über die medizinischen Grundlagen der Krankheitslehre und wurden für die Arbeiten mit gehandicapten Personen sensibilisiert. Da dieser Tag überwiegend aus theoretischen Inhalten bestand, beschloss die Gruppe den Abend mit einem Spieleabend zu beenden. Die Spiele für Erwachsene waren bereits aus dem Fundus des Turnerheims vergriffen und so blieb nur Tabu für Kinder übrig. Man merkte aber schnell, dass die letzten Tage schon Spuren hinterlassen hatten. Um nur ein Beispiel zu nennen: Es ist grün und kann man rauchen. Richtig Antwort: Gras (nicht zu vergessen, es war Tabu für Kinder).

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Diabetes. Katharina Schmitz, Expertin im Sport für Menschen mit Diabetes, lehrte uns die theoretischen Grundlagen, bevor es dann in die Praxis ging. Und hier zeigte sich nun, eine kleine Nadel kann auch die α-Männchen zum Schwitzen bringen. Das Zuckermessgerät wurde an diesem Tag der größte Feind der α-Männchen. Doch auch sie schafften es ihre Zuckerwerte zu messen. Zum Abschluss wurden aus Zeitungspapier Hüte gebastelt, um die Koordination der Füße zu schulen und die Sensibilität zu verbessern. Chapeau…

„Tief durchatmen“ hieß es dann sonntags. Dass dies nicht für jedermann so einfach ist, referierte Walter Schuff, Dipl. Sportlehrer. Asthma und COPD standen heute auf der Tagesordnung. Nach einem kurzen theoretischen Teil ging es an Pfeil und Bogen. Dass auch Menschen mit Einschränkungen Leistungssport betreiben können, zeigt das Bogenschießen. Der Lehrgang war schon bis hier hin ein voller Treffer.
Der erste Lehrgangsteil wurde dann sonntags von Christoph Sagner beendet. Eine kurze Wiederholungsphase und die Vergabe der Themen für die Referate und die Lehrprobe schlossen die letzten sechs anspruchsvollen Tage ab.

Nach dem Motto „Gut Ding braucht Weile“ ging es 2,5 Wochen später an gleicher Stelle weiter. Um es beim Namen zu nennen, das Prüfungswochenende stand bevor.

Am Donnerstag den 25. Oktober trafen sich die α- und β-Männchen / Weibchen, aus der bis hierhin eine eingeschworene Truppe wurde, wieder. Ob sich das Lernen der letzten Wochen gelohnt hatte, sollte sich in der schriftlichen Prüfung zeigen. Und die Anstrengungen hatten sich gelohnt, alle bestanden die schriftliche Prüfung. Da auch die Versorgung bei einem Notfall eine wichtige Rolle spielt, wurden die Teilnehmer an diesem Tag auch in der Reanimation und erste Hilfe fit gemacht. Wie ein richtiger Notruf abgesetzt wird, ist nun auch klar. Praktisch wurde die Frage nach dem Befinden des Patienten im Rollenspiel auch schon mal mit „geht so“ beantwortet. Dies verdeutlichte wohl eher den Zustand der Lehrgangsteilnehmer zu diesem Zeitpunkt. Denn bis Sonntag wechselten sich nun Lehrproben und Referate ab. Für die nötige Energie sorgte das Abendessen samstags in einer Pizzeria im Ort. Es wurde viel gelacht, gut gegessen und die Ressourcen wieder aufgefüllt. Die Lehrproben zeigten, dass jeder auf seine Art und Weise seine Rehagruppe mitreißen kann. Bei solchen Lehrgängen lernt man immer was fürs Leben. Dieses Mal: Nicht das Theraband ist das kleinste Fitnessstudio der Welt, sondern die Nylonstrumpfhose. Danke Ute!

Werfen wir nun alle Teilnehmer in einen Topf und rühren ein paar Mal um, kommt am Ende der perfekte Übungsleiter heraus. Da aber Perfektion für die Vollendung von etwas steht, das sich nicht weiter verbessern lässt, war dies gar nicht das Ziel dieses Lehrgangs. Wir wollten individuelle Übungsleiter für die „Innere Medizin“, die fachlich qualifiziert sind und mit Spaß und großer Freude die neue Herausforderung annehmen. Das ist uns gelungen!

Großer Dank gilt hiermit den Referenten Christoph Sagner, Katharina Vallendar, Katharina Schmitz und Walter Schuff und natürlich jedem einzelnen Lehrgangsteilnehmer, der diesen Lehrgang unvergesslich gemacht hat.

Autorin: Julia Schmidt, Trier

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